Behnam Said

Behnam Said Islamische Ökumene als Mittel der Politik

Islamische Ökumene als Mittel der Politik

Islamkundliche Untersuchungen Band 293

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Paperback, 100 Seiten
ISBN 9783879973675
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Die isla­mi­sche Ökumene, das Streben nach einer Annähe­rung zwischen Sunna und Schia, wurde in der Forschung bisher kaum beachtet. Es gibt nur wenig im Westen zugäng­liche Lite­ratur hierzu. Doch die inne­ris­la­mi­sche Kohä­renz hat gerade mit den Entwick­lungen zum Ende des ersten neuen Jahr­zehnts wieder an Bedeu­tung gewonnen. Dies liegt beson­ders am zuneh­menden Gewicht Irans für den Nahen Osten. Iran spielt nicht nur als aufst­re­bender Akteur am persisch-arabi­schen Golf eine immer wich­ti­gere Rolle, sondern weitet seinen Einfluss zuneh­mend auch auf andere Länder und Konf­likte aus, etwa durch die Unter­stüt­zung der sunni­ti­schen Hamas in Gaza. Auch werden Iran und die verbün­dete schii­ti­sche Hisbollah von vielen Sunniten als letzte Bastion der isla­mi­schen Welt gegen den Einfluss der USA und ihrer Verbün­deten gesehen. Irans Macht­zu­wachs führt zu ernsten Befürch­tungen vieler mit dem Westen alli­ierter sunni­ti­scher Regime, wie Ägypten, Jorda­nien oder Saudi-Arabien. Diese Ängste drücken sich in verstärkter anti-irani­scher und anti-schii­ti­scher Propa­ganda aus, ande­rer­seits wird aber auch vorsichtig versucht, in einen Dialog auf reli­giöser Ebene einzu­t­reten, zumal durch die poli­ti­sche Krise im Irak die konfes­sio­nellen Gegen­sätze noch vertieft wurden. Unter diesen Vorzei­chen lud die Konfe­renz von Doha 2007 zum Dialog der isla­mi­schen Rechts­schulen, womit haupt­säch­lich die vier sunni­ti­schen sowie die imami­tisch-schii­ti­sche gemeint waren. Diese Konfe­renz, welche sich in der Tradi­tion der Annähe­rungs­be­müh­ungen seit Mitte des 20. Jahr­hun­derts sah, erregte großes Inter­esse in der arabi­schen Welt. Hier wird der Frage nach­ge­gangen, wie sich die aktu­ellen Annähe­rungs­be­st­re­bungen inner­halb des poli­ti­schen Rahmens kontex­t­ua­li­sieren lassen, um Grenzen und Möglich­keiten dieses inne­ris­la­mi­schen Dialoges aufzu­zeigen.