Gottfried Hagen

Gottfried Hagen Ein osmanischer Geograph bei der Arbeit

Ein osmanischer Geograph bei der Arbeit

Studien zur Sprache, Geschichte und Kultur der Turkvölker 4

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Hardcover, 543 Seiten
ISBN 9783879973033
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Die Welt­be­sch­rei­bung Giha­numa (Kosmorama) des osma­ni­schen Univer­sal­ge­lehrten Katib Celebi (1609-1657) markiert einen funda­men­talen Wende­punkt der türki­schen Geis­tes­ge­schichte, den Beginn der syste­ma­ti­schen Inkor­po­rie­rung euro­päi­scher wissen­schaft­li­cher Erkennt­nisse in den aktu­ellen Wissens­kanon. Wie hat sich diese Wende im Einzelnen gestaltet? Hat moderne euro­päi­sche Wissen­schaft, wie bisher ange­nommen, die reiche isla­mi­sche Tradi­tion schla­g­artig verdrängt? Da Geogra­phie als Welt­be­sch­rei­bung und Welt­deu­tung natur­wis­sen­schaft­li­ches ebenso wie histo­ri­sches und reli­giöses Gedan­kengut reflek­tiert, kann diese Studie des Giha­numa einen weiten Über­blick über diese Gebiete und ihren Wandel im Verlaufe der jahr­zehn­te­langen Text­ge­schichte geben. Breite Doku­men­ta­tion der vom Autor benutzten Quellen und eine minu­tiöse Analyse der vorhan­denen Auto­gra­phen lassen gleich­zeitig eine bislang unge­kannte Nahauf­nahme von Leben­s­um­ständen, Arbeits­weise und intel­lek­tu­ellem Hori­zont eines osma­ni­schen Gelehrten im 17. Jahr­hun­dert entstehen. Osma­ni­sche Autoren hatten die isla­mi­sche Geogra­phie wieder­be­lebt. Mit Katib Celebi wurde - abseits des poli­ti­schen Macht­zen­trums - der tradi­tio­nelle reli­giöse Aspekt der Geogra­phie zuneh­mend von poli­tisch-prak­ti­schen Inter­essen über­la­gert. In Geschichte und Natur­wis­sen­schaft wurde die empi­ri­sche Regel­haf­tig­keit immer mehr in den Vorder­grund gestellt, ohne dass sich jedoch eine rein säku­lare Welt­an­schauung durch­setzte. Geogra­phi­sches Wissen aus euro­päi­schen Quellen konnte einer solchen Darstel­lung weit­ge­hend bruchlos einver­leibt werden.