Michaela Hoffmann-Ruf

Michaela Hoffmann-Ruf Scheich Muhsin bin Zahran al-'Abri

Scheich Muhsin bin Zahran al-'Abri

Tribale Macht im Oman des 19. Jahrhunderts

Islamkundliche Untersuchungen Band 283

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Paperback, 420 Seiten
ISBN 9783879973538
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Tribale Struk­turen waren bis in die jüngste Vergan­gen­heit ein wesent­li­ches Merkmal der omani­schen Gesell­schaft. Stam­mes­ver­bünde und ihre Anführer domi­nierten das poli­ti­sche Leben, zugleich waren sie ein wich­tiger Faktor in der Ökonomie der über­wie­gend sess­haften Bevöl­ke­rung. Die Studie beschäf­tigt sich mit tribalen Macht­struk­turen und tribalem Verhalten in Oman im 19. Jahr­hun­dert. Grund­lage und Ausgangs­punkt der Unter­su­chung bilden die Korres­pon­denzen von Scheich Muhsin b. Zahran b. Muhammad b. Ibrahim al-Abri, der von 1242/1826-27 bis zu seinem Tod im Jahr 1290/1873 das Amt des Scheichs der Abriyin inne­hatte. Unter Hinzu­zie­hung ethno­lo­gi­scher Forschung­s­er­geb­nisse beleuchtet die Autorin verschie­dene Aspekte des omani­schen Stam­mes­we­sens. Insbe­son­dere wird der Frage nach­ge­gangen, wie sich die Posi­tion eines Scheichs in der tribalen Gesell­schaft Omans dars­tellt und anhand welcher Struk­turen und Mecha­nismen ein Stam­mes­führer seine Posi­tion inner­halb seines Stammes und inner­halb der omani­schen Gesell­schaft behaupten kann. Daneben werden gängige Darstel­lungen omani­scher Stämme, vor allem das Bild einer tribalen Dicho­tomie und die damit verbun­denen Vorstel­lungen von Soli­da­rität und Anta­go­nismus einer kriti­schen Betrach­tung unter­worfen. Nicht zuletzt widmet sich die Unter­su­chung dem Umgang mit reli­giös-recht­li­chen Fragen und betrachtet das Verhältnis zwischen ibadi­ti­schen Rechtsnormen und tradi­tio­nellen Recht­s­prin­zi­pien.
Book-review: »Wohl jedem, der nach 1970, dem Beginn der neuen Ära Omans, sich wissen­schaft­lich mit diesem Land […] zu befassen begann, wird diese Disser­ta­tion zum fundier­teren Verständnis seiner jüngeren Geschichte und Sied­lungs­ent­wick­lung, seiner tribal orien­tierten Gesell­schaft und tradi­tio­nellen agro-pasto­ralen Wirt­schafts­grund­lagen verhelfen. [..] Die Lektüre der Studie hat den Rezen­s­enten und Oman-Inter­es­sierten nicht nur durch Inhalt und Kurz­weil [..] zu begeis­tern vermocht. Sie hat auch Bedauern aufkommen lassen darüber, dass derartig diffe­ren­zierte, einge­hende und lokal rele­vante Kennt­nisse in den 1970er Jahren noch nicht vorlagen… .« [Fred Scholz, in: Orien­ta­lis­ti­sche Lite­ra­tur­zei­tung OLZ 105 (2010) 1, pp 94 ff.]