Charlotte Joppien

Charlotte Joppien Die türkische Adalet ve Kalkιnma Partisi (AKP)

Die türkische Adalet ve Kalkιnma Partisi (AKP)

Eine Untersuchung des Programms »Muhafazakar Demokrasi« (Konservative Demokratie)

Studien zum Modernen Orient 11

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Broschur, 211 Seiten
ISBN 9783879973897
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Im Jahre 2002 gewann in der Türkei mit der AKP (Adalet v Kalkιnma Partisi, Gerech­tig­keits- und Entwick­lung­s­partei) eine Partei die Parla­ments­wahlen, die erst ein Jahr zuvor gegründet worden war. Von ihren Anhän­gern und großen Teilen der west­li­chen Presse wurde sie als Trägerin des demo­k­ra­ti­schen Aufbruchs und Garantin des Siegs des Volkes über poli­ti­sche Eliten gefeiert. Andere Stimmen hingegen sahen die AKP als Prota­go­nistin der Isla­mi­sie­rung des Landes und der Einfüh­rung der shari‘a.
Die vorlie­gende Arbeit stellt sich die Aufgabe, die AKP von ihrer Selbst­be­sch­rei­bung ausge­hend zu unter­su­chen. Hierfür wurden grund­le­gende Texte zu ihrem poli­ti­schen Konzept Muha­faz­akar Demo­krasi (Konser­va­tive Demo­k­ratie) aus dem Türki­schen über­setzt und ana­­ly­siert. Dabei wird der Frage nach­ge­gangen, wo ›Konser­va­tive Demo­k­ratie‹ im türki­schen bzw. inter­na­tio­nalen Konser­va­tis­mus­dis­kurs verortet werden kann bzw. wie zutref­fend diese Selb­st­­be­zeich­nung ist.
In einem zweiten Schritt wird die Umset­zung ›Konser­va­tiver Demo­k­ratie‹ in die Regie­rungs­praxis anhand der Beispiele Menschen­­rechte, reli­giöse und ethni­sche Minder­heiten, Gender und Demo­k­ra­ti­sie­rung beleuchtet. Es wird geklärt, welche externen und internen Faktoren zu Prob­lemen bei der Umset­zung führten.
Um dem Vorwurf der Isla­mi­sie­rung der Türkei durch die AKP nach­zu­gehen, werden die gemein­same Geschichte der AKP mit den isla­mis­ti­schen Milli Görüş-Parteien betrachtet sowie die von ihr verfolgte Reli­gi­ons­po­litik und ihre Vor­­stel­lungen über das Verhältnis von Staat und Reli­gion detail­liert unter­sucht. Popu­läre Zusch­rei­bungen wie »die AKP als Modell für die isla­mi­sche Welt« oder »die AKP als türki­sche Christ­de­mo­k­raten« werden kritisch auf ihren prospek­tiven Gehalt hinter­fragt.
Ihre Studie hilft, die Motive hinter dem poli­ti­schen Taktieren der AKP, deren häufig vage Programm­for­mu­lie­rungen nicht nur im Ausland bisweilen für Verwir­rung sorgen, besser zu verstehen. (Joseph Croi­toru, FAZ)