Daniel Zakrzewski

Daniel Zakrzewski Mit Gott und Frankreich

Mit Gott und Frankreich

Bestimmungen Algeriens in Schriften des muslimischen Reformtheologen Ibn Badis zur Zeit der Volksfrontregierung (1936-1938)

Islamkundliche Untersuchungen Band 307

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Paperback, 156 Seiten
ISBN 9783879973989
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Als inte­graler Bestand­teil der Repu­blik besaß Alge­rien inner­halb des fran­zö­si­schen Kolo­nial­reichs einen Sonder­status, aus dem sich schwer­wie­gende Folgen für die recht­liche und soziale Lage der musli­mi­schen Bevöl­ke­rung des Landes ergaben. In der Zwischen­kriegs­zeit, vor allem in den Jahren der Volks­front­re­gie­rung, geriet eine Bestim­mung dieses Status, welche die Stel­lung der Muslime im Rahmen der kolo­nial-repu­b­li­ka­ni­schen Ordnung grund­le­gend regelte, zuneh­mend in die Diskus­sion. Ein Regie­rung­s­pro­jekt zur parti­ellen Inte­g­ra­tion der alge­ri­schen Muslime, die sich nicht ausnahmslos dem repu­b­li­ka­ni­schen Zivil­recht unter­worfen hatten, in die allge­meine Wähl­er­schaft zur fran­zö­si­schen Natio­nal­ver­samm­lung löste heftige Debatten aus, in denen sich Vert­reter aller gesell­schaft­li­chen Gruppen in Fran­k­reich und Alge­rien mit ihren oft konträren Ansichten über Voraus­set­zungen, ideale Ausge­stal­tung und mögliche Zukunft des Ver­hält­nisses zwischen den Menschen in beiden Ländern gegen­über­standen.
Der Reform­theo­loge Ibn Badis, dessen jour­na­lis­ti­sche Schriften von 1936 bis 1938 im Mittel­punkt dieser Studie stehen, betei­ligte sich an diesen Debatten und erhob dabei den Anspruch, als Führer einer auch kultur- und sozial­re­for­me­ri­schen Bewe­gung von Islam­ge­lehrten der wahre Spre­cher der alge­ri­schen Muslime zu sein. Die begriffs­ge­schicht­lich ange­legte Studie analy­siert die Adäquanz und Strin­genz seiner Termi­no­logie des Natio­nalen. Im Mittel­punkt stehen dabei aus islam­wis­sen­schaft­li­cher Perspek­tive die Bestim­mungen, die Ibn Badis als musli­mi­scher Reli­gi­ons­ge­lehrter seinem Land zumaß und die auf die reform­theo­lo­gi­schen Grund­lagen seines Denkens und Wirkens verweisen.