Oliver Borszik

Oliver Borszik Irans Führungsanspruch (1979–2013)

Irans Führungsanspruch (1979–2013)

Mission, Anhängerschaft und islamistische Konzepte im Diskurs der Politik-Elite

Islamkundliche Untersuchungen Band 328

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Paperback, 242 Seiten
ISBN 9783879974504
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Die herr­schende Politik-Elite Irans rekla­miert für ihr Land einen Führungs­an­spruch im Vorderen Orient – vorzugs­weise in der Golf­re­gion. Während arabi­sche Staaten, Israel und der Westen gegen­über dem außen­po­li­ti­schen Haupt­ziel Teherans eine über­wie­gend ableh­nende Haltung einnehmen, hält die irani­sche Staats­füh­rung an ihrer Ambi­tion hart­nä­ckig fest. Das poli­ti­sche und reli­giöse Ober­haupt Ayatollah Khamenei, die gewählten Präsi­denten und die herr­schenden Eliten verb­reiten gemeinsam eine Erfolgs­ge­schichte: Iran habe sich seit der sieg­rei­chen Revo­lu­tion 1979 poli­tisch dem Islam zuge­wendet, beende auf diesem Weg seine Abhän­gig­keit und Rück­stän­dig­keit gegen­über west­li­chen Mächten und präge bei der Erpro­bung eines isla­mi­schen Entwick­lungs­mo­dells das Vorbild für musli­mi­sche Länder.
Ein Narrativ, das Fragen aufwirft: Wie wirkt die außen­po­li­tisch geprägte Agenda (und ihr Schei­tern) zurück auf innen­po­li­ti­sche Diskurse? Welche Konzepte und Ansätze entwi­ckelten die Akteure in den inner­i­ra­ni­schen Debatten über die konzep­tio­nelle Aneig­nung einer Führungs­rolle? Inwie­fern greifen der Diskurs, Kontext­fak­toren und die poli­ti­sche Umset­zung der entwi­ckelten Konzepte inein­ander?
Die Arbeit analy­siert anhand origi­nal­spra­chiger Quellen die isla­mis­ti­sche Kon­zep­tion des Führungs­an­spruchs der Isla­mi­schen Repu­blik Iran von ihrer Grün­dung bis zum Ende der Präsi­dent­schaft Mahmud Ahma­di­ne­jads. Der Autor argu­men­tiert, dass Iran die Über­nahme der ange­st­rebten Spit­zen­stel­lung aufgrund wirkungs­voller Gegen­­st­ra­te­gien seiner regio­nalen Haupt­kon­kur­renten Saudi-Arabien, Irak und Israel sowie der USA nicht gelungen ist. Teherans außen­po­li­ti­sche Ziel­set­zung ist haup­t­­säch­lich dem post­re­vo­lu­tio­nären Vorhaben geschuldet, eine entwick­lungs­­­fähige Isla­mi­sche Repu­blik aufzu­bauen. Inso­fern entfal­tete der Diskurs eine Rück­wir­kung auf die Dynamik sich entwi­ckelnder innen­po­li­ti­scher Macht­kon­s­tel­la­tionen. System­­sta­bi­li­sie­rend wirkte hingegen das im Innern etab­lierte Rota­ti­on­s­prinzip bezüg­lich der Teil­habe kontro­verser poli­ti­scher Lager am Regie­rungs­han­deln. So ist sicher­ge­s­tellt, dass poli­ti­sche Gegen­sätze im Abstim­mung­s­pro­zess ange­mes­sene Berück­sich­ti­gung finden.