Parvin Javadi

Parvin Javadi Moderne, Subjekt, Staat

Moderne, Subjekt, Staat

Zur Rolle der Bildung in der Kontroverse zwischen Individuum und Staat im Iran

Islamkundliche Untersuchungen Band 320

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Paperback, 288 Seiten
ISBN 9783879974429
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Die Autorin unter­sucht die Konzepte „Subjek­ti­vi­tät“ und „Frei­heit des Subjek­tes“ als Grund­lagen der Moderne und den Weg ihrer Entste­hung und weiteren Entwick­lung durch Bildung. Sie befasst sich zugleich mit den Einflüssen, die diese Konzepte auf soziale und poli­ti­sche Struk­turen und deren Wandel haben.
Die Studie verg­leicht das Konzept der Subjek­ti­vität in der Moderne in den Theo­rien von Kant und Hegel mit der Lehr­mei­nung zweier promi­nenter isla­mi­scher Theo­logen der isla­mi­schen Repu­blik Iran, Khom­eini und Motah­hari. Dieser Verg­leich zeigt die gravie­renden Folgen unter­schied­li­cher Inter­pre­ta­tionen der erwähnten Konzepte für die indi­vi­du­elle, gesell­schaft­liche und poli­ti­sche Frei­heit. Während die modernen Konzep­tionen das Subjekt als ein auto­nomes, selbst­be­wusstes und selbst­be­stim­mendes Wesen defi­nieren und ihm die Kompe­tenz zur Selbst­be­stim­mung, zur Gesetz­ge­bung und zum Regieren zuweisen, lehnen die isla­mi­schen Theo­re­tiker die Zustän­dig­keit des Menschen hierfür ab und erteilen Gott die allei­nige Auto­rität zur Gesetz­ge­bung und Ausübung der Macht. Auf dieser Grund­lage beschränkt der isla­mi­sche Staat die Frei­heit des Indi­vi­duums, seine Selbst­be­stim­mung und Entschei­dungs­bil­dung in privaten, gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Sphären.
Die Arbeit zeigt jedoch, dass diese Politik auf Dauer nicht erfolg­reich gewesen ist und ernst­hafte Konf­likte zwischen Staat und einem Groß­teil der irani­schen Bildungs­schicht verur­sacht hat, die neue Bedürf­nisse ausge­bildet hat und Erwar­tungen hegt, welche nicht im Rahmen der alten Rege­lungen und Werte erfüllt werden können.