Sara Winter

Sara Winter »Ein alter Feind wird nicht zum Freund«

»Ein alter Feind wird nicht zum Freund«

Fremd- und Selbstbild in der aserbaidschanischen Geschichtsschreibung

Studien zum Modernen Orient 12

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Broschur, Abb., 161 Seiten
ISBN 9783879973859
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… eine poin­tierte Schrift, die gekonnt in eine komplexe Thematik einführt. (Dittmar Schor­ko­witz, ADK 155)
Der unge­löste Konf­likt um Berg-Kara­bach prägt die Histo­rio­gra­phie in der jungen Repu­blik Aser­baid­schan. Schul­bücher und andere öffent­liche Doku­mente entwerfen eine natio­nale Iden­tität aus einem dicho­tomen Freund-Feind-Schema: Auf der einen Seite befindet sich das in Groß­t­eilen positiv besetzte Eigen­bild, dem auf der anderen Seite das über­wie­gend negativ bewer­tete Fremd­bild entge­gen­ge­setzt wird. In Staaten, in denen unge­löste Konf­likte bestehen, wird dieses Fremd­bild häufig auf den Konf­likt­gegner proji­ziert.
Über Lehr­ma­te­ria­lien werden derart konstru­ierte Feind­bilder in die Folge­ge­ne­ra­tionen über­tragen und erschweren so dauer­haft fried­liche Lösungen. Zwar schweigen zwischen Aser­baid­schan und Arme­nien nun seit mehr als andert­halb Jahr­zehnten die Waffen, dennoch ist der Konf­likt zwischen den beiden Nach­barn weiterhin viru­lent und vor allem in beiden Gesell­schaften höchst präsent: Die Beto­nung des kriegs­ge­lei­teten Feind­bilds führt zu einer andau­ernden Mobi­li­sie­rung im Volk, selbst in Alters­schichten, die den Krieg als solchen nicht mehr erlebt haben.
In einer Close-Reading-Analyse des aser­baid­scha­ni­schen Geschichts­schul­buchs »Ata Yurdu« (dt. Vater­land/Heimat) geht Sara Winter dem aser­baid­scha­ni­schen Eigen- und Fremd­bild und dessen Impli­ka­tionen auf den Grund. Ihre Analyse liefert erstes wissen­schaft­li­ches Basis­ma­te­rial und dient als Anstoß zur weiteren Aufar­bei­tung und Dekon­struk­tion konf­likt­för­dernder Feind­bilder.
Das Buch ist allen zu empfehlen, die sich mit Aser­baid­schan, der turko­phonen Welt, der Schul­buch­for­schung und der post­so­wje­ti­schen Geschichts­po­litik im Kaukasus befassen. (Zaur Gasimov, Orien­ta­lis­ti­sche Lite­ra­tur­zei­tung, 107)